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Weg Zeichen |
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| Wenn
man auf dem Gipfel
eines hohen Berges
steht, wie zum Beispiel
in den Alpen, kann
man bei klarer Sicht
auf die Schneefelder
der darunter liegenden
Gletscher blicken.
Oft sind dort Spuren
zu sehen. Fußstapfen
von Wanderern. Diese
Spuren verlaufen
nicht zufällig,
beliebig und durcheinander.
Sie folgen nicht
markierten Wegen,
die zwischen den
Gletscherspalten
hindurchführen.
Die Wege haben ein
Ziel, sie führen
zu Hütten,
zu anderen Gipfeln
und wiederum zu
anderen Wegen. Diese
Spuren im Schnee
sind Zeugnisse vermutlich
schönster Momente
genussvollen Bergwanderns
im unendlichen Weiß.
Mein Blick darauf
verbindet mich mit
diesen vergangenen
Ereignissen, fast
war man selber dabei.
In der Stadt gibt es keine Gipfel. Selbst wenn es sie gäbe, man könnte ja das höchste Haus oder den Fernsehturm als einen solchen nutzen, so gibt es dennoch keine Spuren zu sehen. Die Wege der Menschen in der Stadt zeichnen sich nicht ab, manifestieren sich nicht in Abdrücken. Der harte Asphalt erlaubt kein Einsinken. In der Stadt folgt man vorgesehenen und präparierten Wegen auf einem geplanten Straßennetz. Und dennoch - es wäre schön, hier das sich abzeichnende Netz von Wegen sichtbar zu haben, Fährten zu sehen und so in die Zeit zurückblicken zu können. Meine Wege sind nicht durch ein planloses Umherschweifen entstanden. Sie sind kein Zeugnis einer Flaneurin. Alle Wege hatten ein Ziel. Diese Stadt veranlasst mich nicht zum absichtslosen Umhertreiben. Punkt A und B will erreicht sein. Juliane Heise, März 2004 |
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